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Freitag, 21. Dezember 2012

e-m@il für Dich

Deutscher Titel: e-m@il für Dich 
Original Titel: You’ve Got Mail

Genre: Liebes-Komödie
Erscheinungsjahr: 1998
Länge: ca. 114 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Regie: Nora Ephron
Drehbuch: Nora Ephron, Delia Ephron
Musik: George Fenton

Besetzung:
Tom Hanks (Joe Fox)
Meg Ryan (Kathleen Kelly)
Greg Kinnear (Frank Navasky)
Parker Posey (Patricia Eden)
Jean Stapleton (Birdie Conrad)
Steve Zahn (George Pappas)
Heather Burns (Christina Plutzker)
Dave Chappelle (Kevin Jackson)




“Da singt gerade ein Hot Dog! Sie brauchen Ruhe, wenn ein Hot Dog singt?!“


Für heutige Verhältnisse Schnee von gestern, für damals kommunikative Zukunft. Die aus den USA stammende Drehbuchautorin und Filmregisseurin Nora Ephron drehte 1998 nach dem weltweiten Erfolg von „Schlaflos in Seattle“ wieder mit Tom Hanks und Meg Ryan in den Hauptrollen die urkomisch romantische Liebeskomödie „e-m@il für Dich“ und schafft es erneut das Publikum zu begeistern.

Die Besitzerin eines Buchladens in New York City Kathleen Kelly kriegt Konkurrenz. Nicht weit macht die Buchladen-Kette „Fox Books“ auf, unter der Führung von Inhaber Joe Fox. Als die Zahlen sinken und selbst Boykott-Kampagnen nicht helfen, schließt verzweifelt Kathleen ihren Laden. Trost sucht sie bei ihrer Internetbekanntschaft, die sie nur unter dem Nickname „NY152“ kennt. Sie weiß jedoch nicht, dass sich hinter diesem Namen niemand geringeres verbirgt als Joe Fox.

Kennt ihr noch AOL? Das Einwählgeräusch bevor man einen Blick auf Google erhaschen konnte, um zu sehen ob es neue Schlagwörter gibt? Dann zückt mal schnell euer iPhone und informiert euch. Denn „e-m@il für Dich“ ist ein Film während den Anfängen des Internets. 1998 musste man noch auf e-mails warten. Auch wenn der Film eine Adaption des 1940 erschienenen Filmes „Rendezvous nach Ladenschluß“ ist, ist die Modernisierung durch die e-mails zur Zeit der 90er zukunftsorientiert. Also lasst euch nicht irritieren!

Mit sehr viel Witz, herrlichen Dialogen und schrägem 90er Stil erzählt die Geschichte um die beiden Buchhändler eine Lovestory, wie es sich wohl die meisten Chatroom-Nutzer sich ihr eigenes Glück erträumen. Dadurch ist der Film stets abwechslungsreich und unterhaltsam. Besonders ist, dass es dabei fast zwei Mal eine Liebesgeschichte gibt oder besser gesagt zwei Mal ein Kennenlernen. Glaubt man, es sei nach dem Ende der beruflichen und privaten Karriere Kathleen Kellys die Auflösung und das Finale bald erreicht, so lernen sich die beiden Protagonisten in gewisser Weise neu kennen. Dies führt zu einem wunder- und liebevollen Ende, dass sich jeder selbst ansehen sollte.

Tom Hanks (Apollo 13, Cast Away) tritt wieder mit dem humorvollen, charmanten und manchmal etwas provokanten Firmeninhaber als Star- darsteller in einem Liebesfilm vor die Kamera. Beste Mimik und Gestik machen aus der Figur des Joe Fox den beliebten Entertainer des Films. Meg Ryan (French Kiss, Stadt der Engel) zeigt, dass sie mit kurzen Haaren doch besser aussieht als mit langen. Trotz eines oft gequält wirkenden Blicks, spielt sie vielfältig und liebenswert die hoffnungs- lose Romantikerin. Auch Greg Kinnear (Mystery Men, Wir waren Helden) bringt den Journalisten Frank Navasky sympathisch rüber und Parker Posey (Scream 3, Blade: Trinity) spielt die schrullige, leicht cholerische und aufgedrehte  Redakteurin so nervig gut, dass sie dabei Kultstatus erreicht und gerne in Unterhaltungen über den Film zitiert wird. Tolle Leistung von allen Hauptdarstellern sowie Nebendarstellern.

Jeder, der „e-m@il für Dich“ noch nicht gesehen hat, sollte dies unbedingt machen. Eine wirklich tolle Liebeskomödie, die zu meinen wenigen Lieblingskomödien zählt. Für einen unterhaltsamen Nachmittag oder einen Abend zu zweit wärmstens zu empfehlen. Daher 3 ½ von 5 Punkten.





Schon gewusst…? [Achtung Spoiler!]


- „e-m@il für Dich“ gilt als Vorzeigebeispiel für Product-Placement, da der Titel die Meldung von AOL ist/war, die bei einer neuen Nachricht abgespielt wird. (Wikipedia DE)

- Der Film hat Anlehnungen an den Roman „Stolz und Vorurteil“, welcher ebenfalls im Film thematisiert wird. (Wikipedia DE)

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Cloverfield

Deutscher Titel: Cloverfield
Original Titel: Cloverfield

Genre: Science-Fiction, Found-Footage
Erscheinungsjahr: 2008
Länge: ca. 81 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Matt Reeves
Drehbuch: Drew Goddard
Musik: Michael Giacchino

Besetzung:
Michael Stahl-David (Robert Hawkins)
T. J. Miller (Hudson "Hud" Platt)
Odette Yustman (Elizabeth "Beth" MacIntyre)
Jessica Lucas (Lily Ford)
Lizzy Caplan (Marlena Diamond)
Mike Vogel (Jason Hawkins)



„0600!“
„…und was heißt das?“
„6 Uhr, Hud!“
„Ja. Klar. Hab‘ ich doch gewusst…!“


Der US-amerikanische Regisseur Matt Reeves schuf 2008 den sensationellen Monster-Kracher „Cloverfield“, in dem abermals New York nahezu dem Erdboden gleich gemacht wird.

Robert Hawkins hat ein Jobangebot in Japan bekommen. Zum Abschied schmeißen seine Freunde eine Feier mit guter Musik und viel zu Trinken. Sein bester Freund Hud filmt dabei die Party und nimmt von vielen der Gäste Abschiedsgrüße auf. Nach einem Streit zwischen Rob und seiner Ex-Freundin Beth, setzten sich Rob, sein Bruder Jason und Hud auf die Feuerleiter um zu reden. Da erschüttert etwas ganz Manhattan. Der Strom fällt kurzzeitig aus. Nachdem sich alle wieder in der Wohnung eingefunden haben, sehen sie in den Nachrichten einen Sonderbericht über einen verunglückten Tanker im New Yorker Hafen. Da es in der Nähe zu Roberts Wohnung liegt, erhoffen sich die meisten vom Dach einen guten Blick auf das Geschehen. Plötzlich gibt es eine riesige Explosion und Trümmerteile stürzen auf das Haus. Panisch rennen alle auf die Straße, doch dort ist es nur noch schlimmer…

„Cloverfield“ – Ein heiß diskutierter Film, bei dem die Meinungen weit auseinander gehen. Für manche eine alberne Idee einen neuen Monster-Film in die Kino zu bringen, voller Klischees und altbekannter Stilmittel. Für mich ist die Flucht durch die Straßen von New York ein sehr gelungenes Erlebnis der anderen Art. Zwar kennt man das Found-Footage-Format schon von Filmen wie „The Blair Witch Project“ oder „REC“ sowie die riesigen Monster aus den gleichnamigen Filmen „Godzilla“ oder „King Kong“, doch „Cloverfield“ ist trotzdem etwas ganz neues. Die Konzeption und das Design des Wesens, welches unter den Produzenten intern „Clover“ genannt wird“, wurde von Grund auf erarbeitet – nicht adaptiert von Echsen oder Gorillas. Es ist riesig, bizarr und gleichzeitig so einfach wie nötig. Und der Clou: Es ist nur ein Baby! Wer sich also ein wenig mehr mit dem Monster auseinander setzt merkt, dass es doch auf seine Art und Weise etwas ganz besonderes und neues ist.

Die Handlung ist geprägt von vielen Begegnungen des Monsters mit den Hauptfiguren, die unter der Führung von Rob versuchen zu Beths Appartement zu gelangen. Durch die verwackelten Aufnahmen der Handkamera kann man anfangs nur selten das Monster in Gänze erkennen. Immer wieder lassen kurze Augenblicke und TV-Berichte nur erahnen, was sich in den Straßen von New York herumtreibt. Dadurch wird die Spannung der Ungewissheit bis zum Schluss vorangetrieben. Aber auch Grusel- und Horrorfans kommen auf ihre Kosten, sobald die Überlebenden die dunklen U-Bahnschächte betreten. Der gesamte Film ist abwechslungsreich und überrascht beim ersten Sehen immer wieder aufs Neue. Von Klischees kaum eine Spur. Des Weiteren ein berauschendes Erlebnis ist der Sound: Dröhnendes und dumpfes Grollen, wenn das Monster auftritt, und donnerndes Militär geben dem Film die nötige panische Atmosphäre. Die Darsteller, die kaum bis gar keine Schauspiel- erfahrungen hatten, machen ihre Sache größtenteils gut, denn Regisseur Matt Reeves und Produzent J. J. Abrams wollten extra unbekannte, ungeübte Menschen, die den Alltagsmenschen am besten repräsentieren. Einen kleinen Einwand habe ich dennoch. Um nicht zu viel zu verraten kurz und knapp - die, die den Film kennen, wissen was ich meine: Ab dem Helikopter könnte Schluss sein.

Im Großen und Ganzen ist „Cloverfield“ ein packendes, New Yorker Found-Footage-Spektakel, dass mir wesentlich besser gefällt als „REC“ oder „Paranormal Activity“. Spannend und fesselnd durch den anderen Blick auf die Verwüstung New Yorks, ist dieser Film ein für mich tolles Monster-Kino des 21. Jahrhunderts. Und deshalb bekommt der Überlebenskampf in der Stadt die niemals schläft 4 von 5 Punkten.




Schon gewusst…? [Achtung Spoiler!]


- Cloverfield war der Codename für New York City im Kalten Krieg. (Wikipedia DE)


- Der Film fängt fast zur selben Zeit an zu der er aufhört – 6:42 Uhr (Abgesehen von der letzten Aufnahme).

- Die erste Szene im Film ist die letzte die gedreht wurde und spielt am Geburtstag von Regisseur Matt Reeves, den 27 April. (Wikipedia DE)

- Für jeweils einen Frame sind Bilder von den Monstern aus den Filmen „Them“ (1954), „The Beast from 20,000 Fathoms“ (1953) und „King Kong“ (vmtl. 1933) zu sehen.

- In der letzten Szene sieht man etwas vom Himmel in den Ozean stürzen. Man vermutet, dass es sich um das Monster handelt. Dies wurde jedoch von keiner Seite aus bestätigt. (Wikipedia EN)

Samstag, 15. Dezember 2012

Der Hobbit - Eine unerwartete Reise

Deutscher Titel: Der Hobbit – Eine unerwartete Reise
Original Titel: The Hobbit: An Unexpected Journey

Genre: Fantsy

Erscheinungsjahr: 2012
Länge: ca. 169 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson, Guillermo del Toro
Musik: Howard Shore

Besetzung:
Martin Freeman (Bilbo Beutlin)
Ian McKellen (Gandalf der Graue)
Richard Armitage (Thorin Eichendschild)
Andy Serkis (Gollum)
Hugo Weaving (Elrond)



„Oh, wir wissen es!“


Nach dem weltweiten Erfolg der „Herr der Ringe“-Trilogie hat sich der neuseeländische Regisseur Peter Jackson (Der Herr der Ringe-Trilogie, King Kong (2005)) in den letzten Jahren der Vorgeschichte gewidmet.

Bilbo Beutlin, ein Hobbit aus dem Auenland, bekommt eines Tages unverhofft Besuch vom Zauberer Gandalf und 13 Zwergen im Gepäck. Alle stürmen die kleine Wohnhöhle Bilbos und feiern stundenlang, verschlingen alle Vorräte und trinken den guten Wein. Bilbo ist außer sich, doch keiner hört ihm zu. Als nach den Festlichkeiten etwas Ruhe einkehrt, besprechen die ungeladenen Gäste einen Plan zur Zurückeroberung des Zwergenreiches Erebor. Da wird dem immer noch fassungslosen Hobbit ein Angebot gemacht: Er soll der Gemeinschaft als Dieb und Spion beitreten. Damit ist der gewohnheitsliebende Bilbo überfordert. Stundenlang versucht er sich zu sammeln und überlegt. Schließlich lehnt er ab und zieht sich zurück. Am nächsten Morgen findet er seine Wohnung vollkommen sauber und aufgeräumt vor. Und das Beste: leer. Die wüste Gemeinschaft ist von dannen gezogen. Zuerst froh darüber wieder alleine zu sein, genießt Bilbo die wiedergewonnene Ruhe. Da findet er den Vertrag für die Reise und beginnt zu überlegen. Er fasst sich ein Herz, packt seine Sachen und versucht die Zwerge und den Zauberer einzuholen. Von da an geht es für den kleinen Hobbit aus dem Shire durch die weite Welt Mittelerdes. Nur langsam kann er das Vertrauen der Zwerge gewinnen und als Mitglied der Gemeinschaft akzeptiert werden. Da findet er in einer Höhle im Nebelgebirge einen goldenen Ring…

Das Epos um den bekanntesten Winzling der Fantasygeschichte beeindruckte tausende von Zuschauern. Nachdem Peter Jackson „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien gedreht hat, wagte er sich nun an die Vorgeschichte „Der Hobbit“. Wieder einmal werden wir in das Reich Mittelerdes geführt und erleben so manches Abenteuer. Im Gegensatz zum bisherigen Fantasywerk ist „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ wesentlich bunter, farbintensiver und vielfältiger gestaltet. Dies unterstützt den Stil des Romans, der als Kinderbuch gedacht war. Die schönen Landschaften, Städte, Gebirge aber auch die dunklen Höhlen wirken prachtvoll und weniger bedrückend als in „Der Herr der Ringe“. Peter Jackson packt aber noch eine Schippe drauf: „Der Hobbit“ ist der erste Film, der in der sogenannten „High Frame Rate 3D“ gedreht und veröffentlicht wurde. Das heißt so viel wie statt der bisherigen 24 Bilder pro Sekunde sind es nun 48 Bilder/Sekunde. Dadurch wirkt der ganze Film wesentlich flüssiger und dynamischer – teilweise so sehr, dass man das Gefühl hatte er laufe mit 1,5-facher Geschwindigkeit. Grafisch ist die „unerwartete Reise“ also ein bombastisches Bild- und Farbgewitter, das einen neuen Meilenstein in der Filmgeschichte setzt.

Ich habe das Buch selbst nicht gelesen und kann daher kaum Bezüge zum Originalwerk ziehen. Die Handlung ist in sich schlüssig und schließt viele Nebengeschichten und Erzählungen ein. Vielleicht ist es genau das, was den Spannungsbogen auf einem meiner Meinung nach niedrigem Level hält. „Der Hobbit“ sind viele kleine, viele und vor allem verschiedene Geschehnisse, welche durch kleine Sequenzen der Reise verbunden sind. So ist man schnell mit neuen, kurzen Abenteuern konfrontiert, die vorerst keinen tieferen Zusammenhang bilden. Natürlich ist dies in vielen Filmen der Fall, doch in denen fügt sich am Ende vieles zusammen. Da „Der Hobbit“ nur der erste Teil einer Trilogie und dem Gesamtwerk ist, ist daher, wie in „Die Gefährten“ kein wirkliches Finale oder Auflösung vorhanden – es endet in einem Cliffhanger. Ein vermeintliches Finale bildet der Kampf an einer Klippe, auf der die Gemeinschaft auf Kiefern sitzt und in letzter Sekunde von den Adlern gerettet wird. Da jedoch zuvor ein viel actionreicherer Kampf in der Orkhöhle bestritten wurde, übertrumpft der letzte Kampf diesen in der Spannung und Dramatik nur kaum. Am Ende wurde dem Zuschauer viel erzählt, aber nicht mehr und nicht weniger. Als einzelner Film kann man daher „Der Hobbit“ nur schwer beurteilen und nur bedingt auf die gesamte Trilogie schließen.

Seitdem wir 2001 die Helden der „Herr der Ringe“ in unser Herz geschlossen haben, ist es beruhigend zu sehen, dass uns all die Schauspieler erhalten geblieben sind. Trotz mit anderer Synchronstimme in der deutschen Fassung, spielt Ian McKellen (X-Men, The Da Vinci Code - Sakrileg) wieder den Gandalf, der um einiges kautziger und merkwürdiger ist als gewohnt. Auch Andy Serkis (The Prestige) spielt wieder im Motion-Capture-Anzug das wohl beliebteste Wesen mit Persönlichkeitsstörungen Gollum. Witziger, aber auch gruselig wie gewohnt, kann Serkis dem Zuschauer wieder sein schauspielerisches Talent darbieten. Sogar Elijah Wood (Hooligans, Sin City) und Ian Holm (The Day After Tomorrow, Aviator) kommen als Frodo und der ältere Bilbo in einigen Szenen vor. Aber auch alte Bekannte wie Hugo Weaving (Matrix, Captain America) als Elrond und Cate Blanchett (Hot Fuzz, Wer ist Hannah?) als Galadriel spielen wieder die Elbenfürsten. Saruman wird auch wieder von Christopher Lee (Star Wars: Episode II, Die Purpurnen Flüsse 2) gespielt. Neu sind auf Grund des Altersunterschiedes und der neuen Rolle nur Martin Freeman (Per Anhalter durch die Galaxis, Hot Fuzz) als junger Bilbo und Richard Armitage als Thorin Eichenschild als wichtige Hauptdarsteller dazu gekommen. Auch wenn es wohl schwierig war gegen die bereits bekannten und beliebten Darsteller anzukommen, haben die beiden es sich nicht nehmen lassen alles zu geben und es letztendlich zu schaffen sich als ein Teil der Saga zu etablieren. Beide leisten aus meiner Sicht großartige Arbeit und können ihre Charaktere überzeugend verkörpern. Armitage spielt den sturen Thronfolger der Zwerge mit starker Ausstrahlung und Martin Freeman, der ohnehin schon einige Male sein Können unter Beweis stellen durfte, kann den kleinen Hobbit sympathisch dem Zuschauer näherbringen, was Ian Holm und Elijah Wood in „Der Herr der Ringe“ nicht recht geschafft haben.

„Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ ist vor allem durch seine grafische Präsenz beeindruckend und fasziniert den Zuschauer ohne jeden Zweifel. Da dies nur der erste Teil von dreien ist, kann die Handlung alleine wenig überzeugen und ist isoliert zu schwammig. Mir ist dies vollkommen bewusst und ich gebe daher der erwachseneren Kinderbuch-Verfilmung trotzdem 4 von 5 Punkten.





Schon gewusst…? [Achtung Spoiler!]


- Andy Serkis ist bekannt für Motion-Capture-Charaktere wie Kong in „King Kong“ und Caesar in „Planet der Affen: Prevolution“.

- Auf Grund des hohen Alters Lee’s, der nicht mehr nach Neuseeland reisen möchte, wurden die Szenen mit Saruman in Großbritannien gedreht. (Wikipedia DE)

- Peter Jackson kündigte für den dritten Teil an, dass dieser die Trilogien um „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ verbinden soll. Als größter Bestandteil der Handlung wurde der Inhalt von Tolkiens Anhängen genannt. (Wikipedia DE)


Donnerstag, 13. Dezember 2012

Catch Me If You Can

Deutscher Titel: Catch Me If You Can
Original Titel: Catch Me If You Can

Genre: Komödie
Erscheinungsjahr: 2002
Länge: ca. 135 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Jeff Nathanson zus. Mit Frank W. Abagnale
Musik: John Williams

Besetzung:
Leonardo DiCaprio (Frank Abagnale Jr.)
Tom Hanks (Carl Hanratty)
Christopher Walken (Frank Abagnale Sr.)
Nathalie Baye (Paula Abagnale)
Martin Sheen (Roger Strong)
Amy Adams (Brenda Strong)



„Kennen Sie Dänen?!“


Der Hollywood-Star-Regisseur Steven Spielberg verfilmt die Lebensgeschichte des Frank William Abagnale als Gaunerkomödie und landet mit „Catch Me If You Can“ einen Hit.

Frank Abagnale Jr. blickt bewundernd zu seinem Vater auf. Denn dieser steht momentan am Höhepunkt seiner beruflichen Karriere. Doch schon bald geht die Firma pleite und die Familie Abagnale muss kurzerhand in eine kleinere und bescheidenere Wohnung ziehen. Während der Vater um das Geld kämpft und die Mutter Schwierigkeiten hat sich an das neue Leben zu gewöhnen, wechselt der junge Frank die Schule. Trotz der lockeren Kleiderordnung behält er seine alte Uniform an und wird sofort von Schülern angerempelt. Da kommt ihm eine Idee: Er spielt den Vertretungslehrer. Als sein Lug-und-Trug-Spiel aufgedeckt wird, scheint es vorerst keine Konsequenzen zu geben, doch die Lage zu Hause spitzt sich zu: Seine Eltern lassen sich scheiden. Nun muss Frank sich entscheiden ob er bei seiner Mutter oder seinem Vater leben möchte. Da ihm die Entscheidung alles andere als leicht fällt, nimmt er reiß aus. Von nun an beginnt er sich mit Schecks über Wasser zu halten. Aber einer nach dem anderen platzt und Frank fängt an Schecks zu fälschen. Mit der Zeit schafft er es sich unter anderem als Co-Pilot auszugeben, doch das FBI ist ihm schon auf den Fersen…
 
Das Katz-und-Maus-Spiel, das auf einer wahren Begebenheit beruht, ist abwechslungsreiche und amüsante Unterhaltung mit Starbesetzung. Auch wenn die Handlung etwas freier ist als das Originalleben des echten Abagnale‘s ist, hat Steven Spielberg ganze Arbeit geleistet, um einen tollen Film zu machen, der nicht nur das Leben als Betrüger beschreibt, sondern auch die Themen Familie, Scheidung und Kindheit behandelt. Gerade da Spielberg selbst Erfahrungen mit der Scheidung seiner Eltern gemacht hat, ist dies oftmals Bestandteil seiner Filme wie er selbst in einem Interview erzählte[1]. Doch trotz der tiefgreifenden und schweren Thematiken, verliert der Film nie seinen Charme und die Spannung der steten Verfolgungsjagd rund um die Welt. Durch die vielen Orte und Wandlungen des Frank Abagnale’s wird „Catch Me If You Can“ kaum langweilig und ermüdend. Ob als Pilot mit Flugangst, Arzt, der kein Blut sehen kann, oder als fernsehähnlicher Anwalt – mit Humor und dem smarten Charakter schließt Frank den Zuschauer ins Herz.

Leonardo DiCaprio (Titanic, Inception) zeigt, dass er doch hin und wieder passable Rollen meistern kann. Gerade da er selbst ein junges Aussehen hat, besetzt er meiner Meinung nach den Platz für den Darsteller des Frank Abagnale Jr. sehr gut. Tom Hanks (Forrest Gump, The Da Vinci Code – Sakrileg), einer meiner persönlichen Lieblingsschauspieler, ist die perfekte Wahl für den FBI-Agenten Carl Hanratty. Mit der Mischung aus trockenem Humor, sympathischer Offenheit und der mentorenhaften Art kann auch er die Zuschauer, wie schon so oft, begeistern.

Für mich ist „Catch Me If You Can“ ein gut gelungener Film aus der Spielberg-Werkstatt. Mit toller Musik von Meister-Komponist John Williams, welche die 70er stilvoll unterstreicht, und einem genialen Intro ist die Gauner-Komödie eine schöne inszenierte Schnitzeljagd. Deswegen vergebe ich 3½ von 5 Punkten.




Schon gewusst…? [Achtung Spoiler!]


Carl Hanratty’s Figur heißt in Wirklichkeit Sean O’riley. Im Dreh hieß die Figur Joe Shea, wurde aber aus unbekannten Gründen in Carl Hanratty geändert. (Wikipedia EN)

Der echte Frank Abagnale Jr. interessierte sich nicht am Drehbuch und am Film. Er vertraute ganz und gar den Filmemachern. (Wikipedia EN)

Seit 2011 gibt es offiziell ein Musical zum Film. (Wikipedia DE/EN)

In der Szene, in der Frank in Montrichard verhaftet wird, spielt der echte Frank Abagnale einen der Polizisten. (Wikipedia DE)


Sonntag, 2. Dezember 2012

RED - Älter. Härter. Besser.

Deutscher Titel: RED – Älter. Härter. Besser.
Original Titel: RED – Retired. Extremely Dangerous
 

Genre: Action-Komödie
Erscheinungsjahr: 2010
Altersfreigabe: FSK 16
Länge: ca. 111 Min.
Regie: Robert Schwentke
Drehbuch: Jon Hoeber, Erich Hoeber
Musik: Christophe Beck

Besetzung:
Bruce Willis (Frank Mose)
Morgan Freeman (Joe Matheson)
John Malkovich (Marvin Boggs)
Helen Mirren (Victoria)
Mary-Louise Parker (Sarah Ross)
Brian Cox (Ivan Simanov)
Karl Urban (William Cooper)



“Mach das Schwein auf!”


Mit “RED”, inspiriert durch den gleichnamigen Comic, inszeniert der deutsche Regisseur Robert Schwentke (Flightplan - Ohne jede Spur, Die Frau des Zeitreisenden) ein unterhaltsames Action-Spektakel mit Star-Besetzung.

Frank Mose befindet sich im Ruhestand. Aus Einsamkeit ruft er immer wieder bei seiner Pensionsstelle an, um sich mit seiner Sachbearbeiterin Sarah Ross zu unterhalten. Während der Gespräche erwähnt Mose, dass er bald nach Kansas City kommen würde, die Stadt in der Sarah wohnt. Bevor er jedoch aufbrechen kann, wird er von einem Killerkommando überfallen. Mose kann aber  alle im Alleingang bewältigen und entkommen. Er fährt nach Kansas City und steigt in die Wohnung von Sarah ein. Er versucht ihr zu erklären, dass auch sie in Gefahr ist, was sie wiederum nicht glauben will. Ihr wird klar, dass Frank ein ehemaliger CIA-Agent ist, doch warum will man sie beide umbringen? Frank sucht Hilfe bei seinem Freund und Mentor Joe Matheson, der mittlerweile im Seniorenwohnheim lebt und an Leberkrebs erkrankt ist. Durch die Fingerabdrücke der Finger, die Frank von den Killern mitnahm, und alter Kontakte Joe’s, kommen die beiden einer Reporterin auf die Spur, die eine Todesliste notiert hat. Die Recherche ergibt, dass noch einige der Personen auf der Liste am Leben sind. Zusammen mit ihren alten Kollegen Marvin und Victoria spüren sie die letzten Überlebenden auf. Sie erfahren, dass es sich um eine Vertuschungsaktion der CIA handelt, die einem Massaker in Guatemala 1981 zugrunde liegt. Doch als wäre dies nicht genug, dass die CIA ihre eigenen Agenten jagt, steckt hinter all dem der Vizepräsident Robert Stanton. Frank und seinen Mitstreitern ist klar: Der Vizepräsident muss sterben…

„RED – Älter. Härter. Besser.“ ist tolle Unterhaltung mit viel Action und verrücktem Humor. Was als Thriller anfängt, sich schnell zu einem Action-Movie entpuppt, wird spätestens mit dem Auftritt von John Malkovich als Marvin Boggs zu einer durchgeknallten, paranoiden Komödie. Coole Sprüche, begeisternde Charakter  und irrwitzige Szenen voller schießwütiger Agenten und prügellustiger Männer. Die Story entwickelt sich wie in einem Thriller: anfangs vereinzelte Taten, die vorerst keinen Sinn ergeben, fügen sich mehr und mehr zu einem Bild zusammen. Aufreibend wird der Film durch die stetigen Action-Sequenzen, in denen alle maskulinen Herzregionen auf ihre Kosten kommen. Wilde Schießereien und explosive Gefechte, ganz im Stile der typischen Comic-Übertreibung, begeistern den Zuschauer. Abgerundet wird das Spektakel durch den unterhaltsamen Humor der Hauptdarsteller wird der Film zum mitreißenden Kinoerlebnis für alle beteiligten.

Mit dem Staraufgebot Bruce Willis (Stirb Langsam, Armageddon), Morgan Freeman (Bruce Allmächtig, Batman Begins),  John Malkovich (Con Air, Burn After Reading),  Helen Mirren (Das Vermächtnis des geheimen Buches, Tintenherz), Brian Cox (Troja, Die Bourne Identität) und Karl Urban (Der Herr der Ringe: Die zwei Türme, Star Trek) ist „RED“ top besetzt. Alle zeigen einmal mehr was in ihnen steckt und verkörpern ihre Rollen so gut wie eh und je. Gerade Malkovich kann sich wieder durch einen verrückten Charakter in die Komikherzen der Zuschauer spielen. Ich kann allesamt nur loben. Kritisiert wurde der Film unteranderem für die teilweise unrealistische und unlogische Handlung, doch dieser kann ich nicht zustimmen. Denn wenn man sich durch eine Comic-Reihe inspirieren lässt, ist Fantastisches und Unrealistisches meist das Aushängeschild. Wie würde denn ein realistischer Iron Man oder Spider-Man aussehen?

Trotz der zeitweise sich ziehenden, manchmal vorhersehbaren Story, hat Regisseur Robert Schwentke seine Agenten-Ü50-Party knallig und krachend inszeniert – Und zeigt damit, dass wir Deutschen hin und wieder auch mal gute Filme machen können. Mir bleibt nicht viel zu sagen, außer, dass ich „RED“ jedem empfehlen kann, der eine unterhaltsame Action-Komödie für einen Filmeabend sucht. Daher bekommen die Älteren, Härteren und Besseren 3½ von 5 Punkten.





Schon gewusst…? [Achtung Spoiler!]


- „RED“ gehört zu den veröffentlichten Werken des Verlages „Wildstorm“, welcher wiederum zu „DC Comics“ gehört. (Wikipedia EN)

- In Japan und Italien ist der Film „für alle Altersklassen“ freigeben.